Buchpräsentation
Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945
24. Februar 2026 , 19.00 - 21.00
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„Deutschland muss ihnen ein Land ohne Zukunft sein“: Nach dieser Devise wurden Juden im nationalsozialistischen Deutschland bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entrechtet, enteignet und gedemütigt, um sie außer Landes zu treiben. Doch wohin? In ihrem Buch Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945 (2026) untersucht Susanne Heim, welche Barrieren die freien Länder der Welt gegen die Flüchtlinge errichteten. Gezeigt wird, warum nur so wenigen Juden die Flucht gelang – bis der NS-Staat die Emigration verbot und den Massenmord organisierte. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos um eine länderübergreifende Koordination. Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen: ergebnislos. Potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jedem deutschen Expansionsschritt weiter ab. Da Flüchtlingen oft eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen.
Susanne Heim, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“ und als Gastprofessorin in Wien tätig. Sie hat an verschiedenen Institutionen und in Archiven u.a. in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.
Eva-Maria Schnurr ist Redakteurin beim SPIEGEL und Leiterin des Ressorts Geschichte.