Buchpräsentation
München 38. Die Welt am Scheideweg
5. Mai 2026 , 19.00 - 21.00
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Im September 1938 drohte das nationalsozialistische Deutschland der Tschechoslowakei mit Einmarsch und Krieg. Ein halbes Jahr zuvor war der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich erfolgt. Nun beanspruchte Hitler das sogenannte Sudetenland. Ein neuer Weltkrieg schien kaum noch abwendbar.
In ihrem Buch München 38. Die Welt am Scheideweg (2026) nehmen Christian Goeschel, Professor of Modern European History an der University of Manchester, und Daniel Hedinger die Appeasement-Politik Großbritanniens und Frankreichs in den Blick. Sie zielte darauf, Hitler durch Zugeständnisse zu beschwichtigen und doch noch zum Einlenken zu bewegen. Auf der Konferenz in München am 29./30. September 1938 unterzeichneten Chamberlain und Daladier schließlich eine Vereinbarung, der zufolge die Tschechoslowakei die Sudetengebiete an Deutschland abtreten sollte. Spätestens als knapp ein Jahr später der Zweite Weltkrieg in Europa ausbrach, war klar, dass die Politik des Appeasements gescheitert war. Die Autoren thematisieren auch die globalen Hintergründe und Auswirkungen der Münchner Konferenz und fragen nach Bezügen zur Gegenwart.
Daniel Hedinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leipzig Research Centre Global Dynamics und lehrt am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Leipzig. Zusammen mit Nadin Heé leitet er das „Zentrum für transimperiale Geschichte“. Nach Stationen in Paris, Zürich, Berlin, München, Rom und Kyoto kam er 2024 nach Leipzig. Zu seinen Veröffentlichungen gehört Die Achse. Berlin – Rom – Tokio 1919–1946 (2021) und der Aufsatz Fascist Internationalism: From a Vanished Institution to a Failed Concept? (2025).
Klaus Hillenbrand, Politologe, war langjähriger Ressortleiter der taz und ist Autor mehrerer Bücher zur Geschichte des Nationalsozialismus.
Buchpräsentation
PD Dr. Daniel Hedinger, Leipzig
Moderation
Klaus Hillenbrand, Berlin