Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
19.01.2012

Offener Brief des Arbeitskreises der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin und Brandenburg

Betreff:
Einführung eines Europäischen Gedenktages für die „Opfer aller totalitärer und autoritärer Regime“ am 23. August

 

An den
Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg
Herrn Matthias Platzeck
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam

 

An den
Regierenden Bürgermeister von Berlin
- Senatskanzlei -
Herrn Klaus Wowereit
Jüdenstr. 1
10178 Berlin

 

Offener Brief als PDF-Download

18.01.2012

Zeitzeugengespräch mit Jehuda Bacon am 26. Januar 2012

Mit großem Bedauern muss das für den 26. Januar um 18 Uhr in der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum angekündigte Zeitzeugengespräch mit Jehuda Bacon ausfallen. Herr Bacon hat sein Kommen leider kurzfristig absagen müssen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

10.01.2012

26. Januar 2012, 14 Uhr – Neuer Film im Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Übergabe an die Öffentlichkeit

Ort: Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ort der Information, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin

Beginn: 14 Uhr

Am 27. Mai 2008 wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin der Öffentlichkeit übergeben. Initiatoren waren die Initiative »Der homosexuellen NS-Opfer gedenken« und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Es entstand nach dem Entwurf des dänisch-norwegischen Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Bestandteil des Denkmals ist ein Film, der in Abständen durch Filme anderer Künstlerinnen und Künstler ersetzt werden soll.

PROGRAMM

Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Grußwort: Günter Dworek, Bundesvorstand Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Einführung zum Film: Dr. Klaus Müller, Jurymitglied; Repräsentant für Europa, United States Holocaust Memorial Museum

Festvortrag: Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M., Richterin des Bundesverfassungsgerichts

Dankworte der Künstler: Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar

anschließend Kranzniederlegung

Anmeldung: Wir bitten Sie zu beachten, dass die Platzvergabe nach Anmeldungseingang erfolgt, da die räumlichen Kapazitäten leider begrenzt sind. Bitte planen Sie auch ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrollen ein und beachten Sie, dass keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Bitte melden Sie sich daher bis spätestens 24. Januar 2012 per E-Mail unter info@stiftung-denkmal.de, telefonisch unter +49 (0)30 26 39 43 – 0 oder per Fax unter +49 (0)30 26 39 43 – 20 an.

Veranstalter: Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

13.12.2011

Gedenkveranstaltung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma am 16. Dezember

In der Gedenkstätten und Museum Sachsenhausen erinnert am Freitag, 16. Dezember 2011, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma. Zu der Veranstaltung werden rund 40 Überlebende und Familienangehörige erwartet, unter ihnen der Überlebende Hermann Höllenreiner, der zu den Anwesenden sprechen wird. Er wurde 1943 im Zuge der Deportationen von Sinti und Roma als neunjähriges Kind nach Auschwitz verschleppt und verlor während des Dritten Reichs viele Familienangehörige. Im Winter 1944 brachte ihn die SS in das KZ Sachsenhausen, wo er im April 1945 befreit wurde.

 

Folgender Ablauf ist vorgesehen:

11.30 Uhr: Ankunft der Delegation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma vor dem "Turm A" (Eingang des ehem. Häftlingslagers)

 

12 Uhr: Gedenkveranstaltung am zentralen Gedenkort „Station Z“

Begrüßung:

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ansprachen:

Hermann Höllenreiner, ehemaliger Häftling des KZ Sachsenhausen

Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Feliks Byelyenkov, Jüdische Gemeinden Land Brandenburg

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

 

Kranzniederlegung

 

Vor 69 Jahren, am 16. Dezember 1942, unterzeichnete Heinrich Himmler den "Auschwitz-Erlass". Damit begann die Deportation von 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau - unter ihnen 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Fast alle wurden dort ermordet. Insgesamt wurden im besetzten Europa mehrere Hunderttausend Sinti und Roma durch Einsatzgruppen der SS oder in Konzentrationslagern ermordet. Im KZ Sachsenhausen waren mehr als 1.000 Sinti und Roma inhaftiert.

11.11.2011

Präsidenten der KZ-Häftlingsverbände überreichen „Vermächtnis”

Die Präsidenten der internationalen Häftlingsverbände der ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen überreichen am heutigen Freitag in Brüssel das von ihnen aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2009 verfasste „Vermächtnis” an die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, sowie an Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Sie appellieren an die EU-Politiker, die Erinnerung an die unvergleichlichen Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Helfer auch in der Zukunft zu bewahren und nicht zu verfälschen.

 

Zu der Delegation gehören die KZ-Überlebenden Roger Bordage, Internationales Sachsenhausen Komitee, Annette Chalut, Internationales Ravensbrück Komitee, Henri Goldberg, Internationales Auschwitz Komitee, Dénes György, Internationales Bergen-Belsen Komitee, Bertrand Herz, Internationales Buchenwald Komitee sowie der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland und Leiter des Berliner Büros des European Jewish Congress, Stephan J. Kramer, der Vertreter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Silvio Peritore, und die Generalsekretärin des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Sonja Reichert.

 

In einem Schreiben der Präsidenten, das zusammen mit dem „Vermächtnis” an die EU-Politiker überreicht wird, zeigen sich die KZ-Überlebenden erfreut darüber, dass nach der Öffnung des „Eisernen Vorhangs” durch die friedliche Revolution der Bürger auch das europäische Gedächtnis von ideologischen oder politischen Zwängen befreit worden sei und sich die Erinnerung in ihrer Pluralität frei entfalten könne. „Auch wir, die Opfer des Nationalsozialismus, unterstützen die Bestrebungen der neuen Mitgliedsländer der EU, ihre Erfahrungen vollständig in das europäische Gedächtnis zu integrieren. Dass die Millionen Opfer des stalinistischen Terrors ebenso wie die Opfer anderer staatlicher Verbrechen in gleichem Maße ein Anrecht auf Gedenken und Erinnerung haben wie die NS-Opfer, wer wollte daran zweifeln”, heißt es in dem Schreiben.

 

Zugleich kritisieren die Präsidenten gegenwärtige Bemühungen, „ein einheitliches europäisches Gedächtnis durch politische Beschlüsse von Parlamenten und Regierungen erzwingen zu wollen.” Weiter wenden sie sich „gegen jegliche Gleichsetzung und jeglichen Zwang zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Erinnerungen. Deshalb lehnen wir die Einführung eines übergreifenden 'Gedenktages für die Opfer aller totalitären und autoritären Diktaturen' entschieden ab.” Insbesondere kritisierten die Präsidenten den 23. August, den Tag des Hitler-Stalin-Paktes, als möglichen Gedenktag, wie er von verschiedenen Initiativen gefordert und wie ihn das EU-Parlament im April 2009 beschlossen hat: „Historische Ereignisse werden aus ihren Zusammenhängen gerissen, Ursachen und Wirkungen miteinander vermischt. Dieser Gedenktag führt die unterschiedlichen Erinnerungen an Krieg und Terrorherrschaft nicht im Dialog zusammen. Er vertieft vielmehr Gegensätze, reißt alte Wunden wieder auf und führt zu neuen Auseinandersetzungen und Konfrontationen. Das ist eines Gedenkens an die Millionen Opfer staatlicher Verbrechen in einem freiheitlichen, pluralistischen Europa unwürdig, wie es in unserem 'Vermächtnis' beschrieben wird”, so die Präsidenten der KZ-Häftlingsverbände. Sie appellieren an die EU-Politiker, das Gedächtnis Europas an die Opfer staatlicher Verbrechen in seiner Widersprüchlichkeit, in seinen Besonderheiten und in seiner Vielfalt zu akzeptieren und zu fördern. Die Präsidenten regen an, dass das Europäische Parlament den 27. Januar 2012 dazu nutzt, um über die Entwicklung der Erinnerungskultur in Europa und über einen einheitlichen europäischen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu diskutieren.

24.10.2011

Openair-Ausstellung erinnert künftig an das „Todeslager Klinkerwerk”

Im Bereich des ehemaligen KZ-Außenlagers Klinkerwerk in Oranienburg beginnt am heutigen Montag der Aufbau einer neuen Openair-Ausstellung, die an die Geschichte des als „Todeslager” gefürchteten Außenlagers des KZ Sachsenhausen erinnern wird. Entlang eines erhöhten Steges wird auf 16 Glastafeln mit Text- und Bildinformationen die Geschichte des ab 1938 von der SS errichteten „Großziegelwerks Oranienburg” erzählt, in dem tausende Häftlinge des KZ Sachsenhausen Zwangsarbeit leisten mussten. Ergänzt wird die Ausstellung, die unweit der Lehnitzschleuse auf dem Gelände des ehemaligen SS-Schießstandes entsteht, von einem Modell, das die weitgehend zerstörten Anlagen des Klinkerwerks veranschaulichen soll. Hinzu kommen vier Informationsstelen, die an den jeweiligen Ereignisorten über die SS-Brotfabrik, das Häftlingslager, den Hafen und das Steinbearbeitungswerk informieren.

 

In den vergangenen Wochen wurde bereits die für die Ausstellung benötigte Fläche von rund 600 m² sowie der davor liegende Bereich der Straße durch den Kampfmittelräumdienst untersucht. Das Klinkerwerk war bei einem alliierten Bombenangriff am 10. April 1945 weitgehend zerstört worden, zahlreiche Häftlinge kamen dabei ums Leben. Die Ausstellung wird von der Stadt Oranienburg in Kooperation mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten errichtet. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg stellt für das Projekt rund 206.000 Euro zur Verfügung. Die von dem Berliner Architekten Martin Bennis und dem Stuttgarter Grafikbüro Weidner Händle Atelier gestaltete Ausstellung wird am 4. Dezember 2011 der Öffentlichkeit übergeben. Bereits im Frühjahr 2011 wurden eine Informationstafel am ehemaligen SS-Schießplatz sowie drei weitere Hinweistafeln in der Umgebung des Klinkerwerks und an der ehemaligen Tongrube in Zehlendorf aufgestellt.

 

Seit dem Spätsommer 1938 mussten Häftlinge des KZ Sachsenhausen unweit des Hauptlagers das weltweit größte Ziegelwerk errichten, um die Baustoffe für die gigantischen Bauvorhaben der NS-Führung in der Reichshauptstadt Berlin zu liefern. Dazu trieb die SS täglich bis zu 2.000 Häftlinge unter den Augen der Oranienburger Bevölkerung über die Kanalbrücke ins Klinkerwerk. Auf dem Rückweg führten die Häftlinge einen mit den Todesopfern des Tages beladenen Karren mit sich. Als „Todeslager” war das Kommando unter den Häftlingen besonders gefürchtet, zumal die SS das Klinkerwerk als Tatort gezielter Mordaktionen nutzte. Mit der Einrichtung eines Barackenlagers bekam das Klinkerwerk 1941 den Status eines Außenlagers. Ab 1943 nutzte die SS das Gelände für die Rüstungsproduktion. In den Öfen des Klinkerwerks wurden Granatenrohlinge geglüht. Bis heute befinden sich im Boden des Geländes sowie im davor liegenden Kanal die sterblichen Überreste zahlreicher Opfer.

30.09.2011

Zdzisław Jasko und Josef Kuzba verstorben

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten trauert um die beiden polnischen Überlebenden des KZ Sachsenhausen, Zdzisław Jasko und Josef Kuzba, die vor wenigen Tagen in Warschau verstorben sind. Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch, der am heutigen Freitag an den Beisetzungen in Warschau teilnimmt, würdigte die beiden Verstorbenen als langjährige Freunde der Gedenkstätte Sachsenhausen , die sich bis zuletzt unermüdlich für die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und für die Verständigung zwischen Polen und Deutschen eingesetzt haben. „Als Mitglied des internationalen Beirats der Stiftung hat Zdzisław Jasko die Neugestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen intensiv begleitet. Mit seinem phänomenalen Gedächtnis war er für uns Historiker ein immer wieder konsultierter Ansprechpartner, der uns sehr fehlen wird. Sein Engagement beim Aufbau der internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen, vor allem aber seine einnehmende Menschenfreundlichkeit und sein Humor bleiben unvergessen”, sagte Morsch.

 

Der 1924 geborene Zdzisław Jasko wurde 1940 als Fünfzehnjähriger nach Sachsenhausen verschleppt, weil er nach dem deutschen Überfall auf Polen und der Schließung der Gymnasien eine Untergrundschule besucht hatte. Zusammen mit den mehr als 100 Jugendlichen seines Transportes kam er in den „Jugendblock”, wo sich die deutschen politischen Häftlinge fürsorglich um die jungen Polen kümmerten. Diese Erfahrung hat Jasko zeitlebens geprägt. Seit September 1941 arbeitete er im Baukommando, wo er unter anderem die „Station Z”, das 1941/42 entstandene Gebäude mit den Vernichtungsanlagen, errichten musste. Mit dem Todesmarsch gelangte Jasko in die Nähe von Schwerin, wo er am 4. Mai 1945 seine Befreiung erlebte. Nach der Heimkehr studierte er Jura und war bis zu seiner Pensionierung im Generalstab tätig. Bereits seit Ende der 1950er Jahre berichtete Jasko vor Schulklassen von seinen Erfahrungen im KZ Sachsenhausen, zunächst in Polen, aber bald auch in Ost- und Westdeutschland. Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit der Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste e. V., dem Maximilian-Kolbe-Werk und vielen anderen Initiativen. Mehr als 30 Jahre lang war Jasko Vorsitzender der Vereinigung der Sachsenhausen-Überlebenden in Polen und über viele Jahre Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK). Seit 1994 gehörte er dem internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an. Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung 2005 zeichnete ihn der damalige Bundesaußenminister Joschka Fischer mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Zdzisław Jasko verstarb im Alter von 87 Jahren nach schwerer Krankheit am 23. September 2011 in Warschau.

 

Der 1917 in Warschau geboren Jozef Kuzba wurde als junger Volksschullehrer nach gescheiterter Flucht vor den deutschen Besatzern im August 1940 in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Vor allem die mörderischen Arbeitsbedingungen beim Aufbau des Klinkerwerks am Anfang seiner KZ-Haft haben sich ihm unvergesslich eingeprägt. Später war er unter anderem in den Außenlagern Heinkel und Königs Wusterhausen. Während des Todesmarsches lernte er sein spätere Frau Krystyna kennen, die zusammen mit ihrer Mutter nach dem Warschauer Aufstand in das KZ Ravensbrück verschleppt worden war. Nach der Befreiung kehrte Kuzba im Mai 1945 zu Fuß in seine zerstörte Heimatstadt Warschau zurück, wo er zunächst wieder als Lehrer arbeitete. Nach einem Rechts- und Ökonomiestudium führt ihn sein Weg über das Bildungsministerium und das Planungsinstitut unter anderem an die Botschaften seines Landes in Moskau und Bonn. Zuletzt war er als Direktor des Büros für Außenhandel in Warschau tätig. Bei zahllosen Besuchen in Deutschland berichtete er als Zeitzeuge von seinen Erfahrungen im KZ Sachsenhausen. 2007 folgte er dem erkrankten Zdzisław Jasko als Vorsitzender der Vereinigung der Sachsenhausen-Überlebenden in Polen und als Vizepräsident des ISK. Bis zuletzt blieb er seinem Grundsatz treu, den er bei einem Zeitzeugengespräch im Gemeindehaus der katholischen Kirche in Oranienburg anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung äußerte: „Ich sehe es als meine Pflicht an, hier her zu kommen und zu reden.” Zuletzt hielt Kuzba, von Alter und Krankheit gezeichnet, bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Klinkerwerk anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung im April 2010 eine Ansprache. Er starb am 24. September 2011 im Alter von 94 Jahren in Warschau.

30.09.2011

Teilrekonstruktion und Bestandssicherung eines zentralen „Täter-Gebäudes”

In der Gedenkstätte Sachsenhausen befestigten zum Auftakt der Bauarbeiten am ehemaligen SS-Wirtschafsgebäude am 28.09.2011 Innenstaatssekretär Rudolf Zeeb, Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch, der Technische Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen, Norbert John, sowie der Präsident der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Rainer Grieger, mit Hammerschlägen einen ersten Balken der Holzkonstruktion des 1937 von KZ-Häftlingen errichteten Gebäudes. „Wir freuen uns sehr, dass dieses für die architektonische Gesamtkonzeption des 'Musterlagers Sachsenhausen außerordentlich wichtige Gebäude nun nach Jahren des Verfalls vorsichtig saniert und gesichert wird”, sagte Günter Morsch. „Durch seine prominente Lage unmittelbar an der ehemaligen Lagerstraße steht es im Zentrum der Aufmerksamkeit unserer Besucher”, erklärte er weiter.

 

Das SS-Wirtschaftsgebäude befindet sich genau im Mittelpunkt des ursprünglichen KZ-Komplexes, wo sich die vom Eingang des SS-Truppenlagers bis zur Spitze des Häftlingslager-Dreiecks reichende Mittelachse und die Lagerstraße kreuzen. Der auf einem massiven Kellergeschoss errichtete Holzbau (ca. 90 x 50 m) nahm mit seinen Mittel-, Seiten- und Querschiffen sowie einer kleinen Apsis Elemente der Sakralarchitektur auf und beherbergte Speisesäle, Küchen und Kantinen sowie Offizierskasinos. In der Truppenkantine fanden auch Vorträge, Versammlungen, Unterhaltungs- und Kinoveranstaltungen sowie Feierstunden statt. KZ-Häftlinge, „Schwung” genannt, mussten die SS-Männer bedienen. Wahrscheinlich erst nach 1945 erhielt das markante Bauwerk den Beinamen „Grünes Ungeheuer”. Es wurde von der Roten Armee, der Kasernierten Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee bis Anfang der 80er Jahre in gleicher Funktion weiter genutzt. Danach begann der immer rascher voranschreitende Verfall. Ende 2010 übernahm die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten die Liegenschaft.

 

Im Rahmen der Baumaßnahme werden der der Gedenkstätte zugewandte Nordflügel sowie der Südflügel mit dem ehemaligen Haupteingang saniert und teilweise rekonstruiert. Über dem weitgehend zerstörten Mittelteil, wo sich der Speisesaal befand, wird ein neues Dach errichtet. Auf diese Weise soll bis Ende 2012 die Raumwirkung des Gebäudes wieder hergestellt werden, eine Nutzung ist nicht vorgesehen. Die Kosten für die Baumaßnahme betragen 1,5 Millionen Euro, 1 Million Euro werden durch das Land Brandenburg und 500.000 Euro durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bereitgestellt.

21.09.2011

Rundgang zu historischen Orten in Schöneweide

Während des Rundgangs „Vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit” am 25.09.2011 erkunden Sie ein Stück Ortsgeschichte von Schöneweide. Sie lernen Standorte der Industrialisierung und die damit einhergehende Entwicklung des Stadtteils kennen. Dabei werden die Schicksale einiger maßgeblicher Familien vorgestellt. Anhand des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in der Britzer Straße wird der Zusammenhang von Krieg, Rüstungsindustrie sowie dem massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern erläutert.

 

Treffpunkt: S-Bahnhof Schöneweide

 

Anmeldung über die VHS-Treptow-Köpenick. Der Rundgang ist entgegen den Angaben der VHS KOSTENLOS.

05.09.2011

Tag des offenen Denkmals im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst

Das Deutsch-Russische Museum bietet anlässlich des Tages des offenen Denkmals am 10. und 11.09.2011 an beiden Tagen öffentliche Führungen an. Beginn ist jeweils um 11, 13, 15 und 17 Uhr, Treffpunkt ist am Haupteingang.

 

Zudem besteht die Gelegenheit, im Kinosaal Filmvorführungen wahrzunehmen. Im Wintergarten – bei schönem Wetter auch auf der Terrasse – gibt es ein Angebot von Kaffee und Kuchen.

 

Am Sonntag besteht die Gelegenheit der Besichtigung der sowjetischen Militärtechnik im Museumsgarten. Wie kommt ein Panzer ins Museum? Um welche Geräte handelt es sich hierbei genau? Wie sind sie nach Berlin gekommen und wie gelangten sie schließlich ins Deutsch-Russische Museum?

 

Der Eintritt ist frei.

 

Es ist keine Anmeldung erforderlich.

31.08.2011

Sonderführung anlässlich der Gründung des KZ Sachsenhausen vor 75 Jahren

Vor 75 Jahren, im Sommer 1936, während in Berlin die Olympischen Spiele gefeiert wurden, mussten wenige Kilometer entfernt in einem Waldstück der Gemeinde Sachsenhausen bei Oranienburg KZ-Häftlinge ein neues Konzentrationslager aufbauen. Mit der Ankunft des letzten Häftlingstransportes und des Kommandanten Karl Otto Koch aus dem aufgelösten KZ Esterwegen wurde das neue KZ Sachsenhausen Anfang September 1936 offiziell eröffnet.

 

Aus diesem Anlass lädt die Gedenkstätte Sachsenhausen am Sonntag, 4. September 2011, um 14 Uhr zu einer Sonderführung mit Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch über die Gründung und den Aufbau des KZ Sachsenhausen ein.

 

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

19.08.2011

Detaillierter Wegweiser zu 400 europäischen Orten der Erinnerung jetzt online

Das Gedenkstättenportal der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist ab sofort im Internet aufrufbar. Mit Informationen zu 400 europäischen Orten der Erinnerung war es bisher der Öffentlichkeit nur im Ort der Information am Holocaustdenkmal zugänglich. Nun ist das Portal auch über die Internetpräsenz der Stiftung, www.stiftung-denkmal.de, und direkt unter www.memorialmuseums.org erreichbar. Die Auswahl einzelner Erinnerungsstätten erfolgt dabei über eine interaktive Europakarte auf der Startseite des Portals.

19.08.2011

Großes Interesse an 7. Ravensbrücker Sommer-Universität

Rund zwei Wochen vor der Eröffnung der 7. Sommer-Universität Ravensbrück am 28. August sind die verfügbaren 120 Teilnehmerplätze restlos ausgebucht. Die Veranstaltung, die sich eine Woche lang dem Thema „Rasse und Geschlecht in der NS-Medizin” widmet, wird erstmals im neuen Veranstaltungssaal der Gedenkstätte Ravensbrück in den ehemaligen SS-Garagen stattfinden. „Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Sommer-Universität Ravensbrück”, sagte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach heute in Fürstenberg. „Es zeigt, dass die Gedenkstätten sich immer stärker auch als Orte der wissenschaftlichen Forschung und des interdisziplinären Austauschs etablieren.”

 

Die 120 Wissenschaftler, Gedenkstättenmitarbeiter, Multiplikatoren und Interessierte aus zahlreichen europäischen Ländern werden sich bis zum 2. September in Vorträgen und Diskussionen mit unterschiedlichen Aspekten der NS-Medizin beschäftigen. Schwerpunkte sind die NS-Medizin und die heutige Gen- und Reproduktionstechnik, Eugenik als Geschlechter- und Rassenpolitik im 20. Jahrhundert, rasse- und geschlechterhistorische Aspekte der „Euthanasie” sowie die medizinischen Experimente im KZ Ravensbrück und die Entschädigungspolitik.

 

Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 28. August 2011, 18 Uhr, in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin stehen aktuelle medizinethische Debatten vor dem Hintergrund der medizinischen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. Am Montag, 29. August, 10 Uhr, wird die Schirmherrin der Sommer-Universität, die brandenburgische Kulturministerin Prof. Dr. Dr. Sabine Kunst, die Teilnehmer in der Gedenkstätte Ravensbrück begrüßen. Am Mittwoch, 31. August, 19 Uhr, wird die Vorsitzende des Vereins der Mengele-Zwillinge in Israel, Yona Laks, unter anderem über ihre Erinnerungen an den Aufenthalt im KZ Ravensbrück und die Befreiung im Außenlager Malchow berichten. Den Abschluss des Programms bildet am Freitag ein Besuch der Ausstellung „Medizin und Verbrechen” in den ehemaligen Baracken des Krankenreviers in der Gedenkstätte Sachsenhausen.

 

Veranstaltet wird die Sommer-Universität von der Gedenkstätte Ravensbrück gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Deutschland, Großbritannien, Österreich und Polen; Hauptförderer ist die Europäische Union. Seit 2005 führt die Gedenkstätte Ravensbrück eine Sommer-Universität mit jährlich wechselnden Schwerpunktthemen durch. Sie wird von einem interdisziplinären Kreis von Teilnehmern besucht, der sich aus Studierenden, Wissenschaftlern, aber auch Multiplikatoren aus den Bereichen der Gedenkstätten und der Bildung zusammensetzt. Fragen der Rezeption und der Umsetzung in der Gedenkstättenarbeit stehen immer neben jenen nach der Verfolgungspraxis des Nationalsozialismus sowie der Geschichte der Konzentrationslager. Als historischer Ort, der vor allem für die nationalsozialistische Verfolgung der Frauen steht, ist die Geschlechtergeschichte wesentliches Element des Programms der Sommer-Universität.

15.08.2011

„7. Ravensbrücker Generationenforum” hat begonnen

Am 11. August hat in der in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück das Ravensbrücker Generationenforum begonnen, bei dem bis Sonntag rund 30 Jugendliche mit Überlebenden des KZ Ravensbrück zusammentreffen. Im Mittelpunkt des von der Dr. Hildegard Hansche Stiftung und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück bereits zum siebenten Mal veranstalteten Generationenforums stehen intensive Gespräche und Begegnungen der Jugendlichen mit den Ravensbrück-Überlebenden Batsheva Dagan (Jahrgang 1925) aus Israel, Dr. Eva Bäckerová (Jahrgang 1940), Prof. Dr. Peter Havaš (Jahrgang 1935), beide aus der Slowakei, und Dr. Margrit Rustow (Jahrgang 1925) aus den USA.

 

Die Begegnung zwischen Jugendlichen und Überlebenden wird durch thematische Angebote ergänzt, die die Geschehnisse am Ort des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück aus verschiedenen Blickwinkeln näher beleuchten. Vorgesehen sind unter anderem Workshops zu den Themen „Sinti und Roma in Ravensbrück” und „Männerlager Ravensbrück” sowie eine Führung durch die Ausstellung „Im Gefolge der SS” zur Geschichte der Aufseherinnen in Ravensbrück. Außerdem stehen Rundgänge zum Ort des ehemaligen „Jugendschutzlagers Uckermark” und zum Siemenslager auf dem Programm. Darüber hinaus werden Jugendliche das Generationenforum medial dokumentieren. Die Ergebnisse werden auf der Website der Gedenkstätte unter www.ravensbrueck.de zu sehen sein.

08.08.2011

Videoworkshop zum Thema Zwangsarbeit im „Haus Szczypiorski”

Vom 10. bis 14. Oktober findet in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte / Jugendherberge Sachsenhausen, Haus Szczypiorski ein Videoworkshop zum Thema Zwangsarbeit für insgesamt 10 Teilnehmer statt. Die Ausschreibung richtet sich an junge Erwachsene, ist jedoch offen für weitere Interessierte. Der Workshop wird von Inga Hoolmans (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen) und dem Künstler Thorsten Streichardt geleitet. Die Teilnehmer werden das ehemalige KZ Sachsenhausen besichtigen und zur Zwangsarbeit der Häftlinge im Konzentrationslager und der Stadt Oranienburg recherchieren. Persönliche Eindrücke, Fotos, Dokumente, Interviews, Kommentare, Geräusche und Gesang werden aufgenommen und zu einer Ton-Dia-Show montiert. Ziel ist die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit in und um Oranienburg in Bildern und Tönen.

 

Der Teilnahmegebühr beträgt 110 €.

Weitere Informationen und Anmeldung bei Inga Hoolmans:

hoolmans(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de Tel. 03301 200 203

08.08.2011

Deutsch-polnische Schreibwerkstatt im „Haus Szczypiorski”

Vom 3. bis 7. Oktober 2011 findet in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte / Jugendherberge Sachsenhausen, Haus Szczypiorski eine deutsch-polnische Schreibwerkstatt für insgesamt 10 Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren statt. Die beiden Autorinnen Carmen Winter und Ewa Andrzejewska werden die Werkstatt leiten. Die Jugendlichen werden das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen besichtigen und sich mit den Biografien der Häftlinge Andrzej Szczypiorski und Peter Edel beschäftigen. So setzten sie sich mit dem Thema Politik und Literatur auseinander. Sie werden selbst schreiben und die entstehenden Texte diskutieren.

 

Der Teilnehmerbeitrag liegt bei 60 Euro. Anmeldungen deutscher Teilnehmer nimmt die Autorin Carmen Winter unter dichterlandschaft(at)t-online.de entgegen.

19.07.2011

80 Jugendliche nehmen an Sommer-Workcamps in Ravensbrück teil

Am gestrigen Montag, den 18.07.2011, begann das erste von insgesamt sechs Sommer-Workcamps in der Gedenkstätte Ravensbrück. Bis zum 30. Juli werden die Teilnehmer vor allem Berichte von Überlebenden und Zeugenaussagen aus Ermittlungsverfahren übersetzen. „Wir begrüßen die diesjährigen Workcamp-Teilnehmer ganz herzlich in der Gedenkstätte Ravensbrück und freuen uns auf interessante und anregende Begegnungen und Gespräche”, sagte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach heute zum Auftakt der Workcamps. „Neben der tatkräftigen Unterstützung unserer Arbeit, für die wir sehr dankbar sind, sind vor allem die Vielstimmigkeit und der Enthusiasmus unserer jungen Gäste immer wieder ungemein inspirierend für unsere Arbeit”, so Eschebach.

 

An den vier internationalen und zwei regionalen Workcamps werden bis Anfang September rund 80 junge Menschen aus vielen europäischen Ländern (z.B. Russland, Polen, Spanien, Deutschland, Frankreich, Ukraine, Tschechien), aber auch aus Armenien und den USA teilnehmen. Die Workcamps werden von den Organisationen Service Civil International (SCI), Norddeutsche Jugend im internationalen Gemeinschaftsdienst (NIG), Kolpingjugend, Vereinigung Junger Freiwilliger (VJF), einer autonomen Frauen/Lesben/Transgender-Gruppe und dem Jugendwohnprojekt Mittendrin e.V. aus Neuruppin in Kooperation mit den pädagogischen Diensten der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück durchgeführt.

 

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschäftigen sich jeweils zwei Wochen lang mit der Geschichte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück und des Gedenkens nach 1945. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem historischen Ort und den Ausstellungen stehen Übersetzungsarbeiten und Recherchen im Archiv der Gedenkstätte auf dem Programm. Darüber hinaus leisten die Freiwilligen auf dem Gelände der Gedenkstätte wichtige Erhaltungs- und Pflegearbeiten. Ein Höhepunkt des vielseitigen Programms, zu dem auch die gemeinsam Freizeitgestaltung gehört, werden Gespräche mit der Ravensbrück-Überlebenden Esther Bejarano sein.

14.07.2011

Gedenkstätte Ravensbrück bezieht neue Räume in den ehemaligen Garagen der SS

Am heutigen Vormittag besuchte die brandenburgische Kulturministerin Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, um vor Ort zusammen mit Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach und Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch die neuen Räume im ehemaligen Garagentrakt zu besichtigen. Im Laufe dieser Woche räumen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Büros in der ehemaligen Kommandantur und ziehen in das denkmalgerecht sanierte und für die neuen Nutzungen hergerichtete historische Gebäude hinter der ehemaligen KZ-Kommandantur um. Hier finden auch die umfangreichen Sammlungsbestände ein neues Domizil.

 

„Nachdem die Arbeits- und Sammlungsbereiche fast 30 Jahre lang in der ehemaligen Kommandantur untergebracht waren, ist dieser Umzug eine große logistische Herausforderung für uns alle, die wir hoffentlich morgen zu einem erfolgreichen Abschluss bringen werden”, sagte Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach heute in Ravensbrück. „Meine Mitarbeiter und ich freuen und sehr über die großzügigen und hellen Arbeitsräume, vor allem aber über deutlich verbesserte Bedingungen für die Aufbewahrung unserer kostbaren Sammlungen mit den Erinnerungsstücken, Fotos und Dokumenten aus dem KZ Ravensbrück. Ein großer Gewinn für die Gedenkstätte ist auch der wunderbare Veranstaltungssaal, den wir am 10. September mit einem Konzert der Jazz-Sängerin Jocelyn B. Smith aus New York eröffnen wollen. Dazu laden wir schon jetzt alle Interessierten herzlich ein”, sagte Eschebach.

 

Im Laufe der Woche wurden 13 Büroausstattungen, 440 laufende Meter Archivgut, rund 20.000 Bücher, 2.070 Film- und Tonaufnahmen, 35 laufende Meter Fotonegative und –positive sowie 335 Kartonagen mit dem musealen Sammlungsgut transportiert. Insgesamt bewegten die Gedenkstättenmitarbeiter mit Unterstützung einer Umzugsfirma 640 Umzugskartons. In dem sanierten Gebäude stehen rund 1.250 m² zur Verfügung. Der neue Sammlungsbereich ist mit speziellen Rollregalen für die Aufbewahrung von historischem Archiv- und Schriftgut, einer Hängevorrichtung für die Lagerung von Gemälden sowie einer Klimabox ausgestattet, in der besonders empfindlicher Sammlungsgegenstände unter konservatorisch optimalen Bedingungen aufbewahrt werden. Der mit einer mobilen Trennwand versehene Veranstaltungssaal bietet bis zu 100 Personen Platz. Das Foyer im Eingangsbereich kann für die Präsentation von Ausstellungen genutzt werden.

 

In dem ab 1940 errichteten Gebäude befanden sich neben Garagen für den SS-Fuhrpark auch Werkstätten und ein Kino. Bei der denkmalgerechten Sanierung, die der Berliner Architekt Stefan Dürr verantwortete, wurde der Bau im Inneren den neuen Nutzungsanforderungen angepasst, während die Außenfassade so umgestaltet wurde, dass die historische Funktion erkennbar bleibt. So wurden die Öffnungen der Garagentore durch Glas geschlossen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 3,1 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte aus dem Haushalt der Stiftung und aus dem EFRE-Förderprogramm bereitgestellt werden.

 

In der nun geräumten ehemaligen Kommandantur beginnen in Kürze die Sanierungsarbeiten für die künftige Nutzung als Ausstellungsgebäude. Für die neue Hauptausstellung zur Geschichte des Frauen-Konzentrations­lagers Ravensbrück stehen auf zwei Geschossen rund 950 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2013 geplant. Die Gesamtkosten für Sanierung und Ausstellung betragen rund 5,3 Millionen Euro. Dafür stehen 3,4 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte aus dem Haushalt der Stiftung sowie aus dem EFRE-Förderprogramm der EU bereitgestellt werden, sowie Sondermittel des Bundeskultur­beauftragten in Höhe von 1,9 Mio. Euro zur Verfügung.

 

Kulturministerin Sabine Kunst sagte: „Ich freue mich sehr, dass die noch ausstehenden Schritte zur Neukonzeption der Gedenkstätte Ravensbrück und der neuen Dauerausstellung zügig umgesetzt werden. Vor einigen Tagen – und das freut mich besonders – ist es sogar möglich geworden, zusätzliche Mittel aus dem Vermögen der Parteien- und Massenorganisationen (PMO) in Höhe von 89.000 Euro für Baumaßnahmen an der ehemaligen Schneiderei zur Verfügung zu stellen.”

 

Stiftungsdirektor Günter Morsch erklärte: „Die Inbetriebnahme der neuen Arbeits-, Sammlungs- und Veranstaltungsräume ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Gedenkstätte Ravensbrück zum modernen zeithistorischen Museum mit besonderen bildungspolitischen und humanitären Aufgaben. Die künftige Hauptausstellung, an der bereits seit mehr als einem Jahr intensiv gearbeitet wird, ist derzeit eines der wichtigsten Projekte in der Stiftung”, so Morsch.

14.07.2011

Sonderführungen der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Juli & August

Sonntag, 17. Juli 2011, 10 Uhr

Ravensbrück per Rad

mit Angelika Meyer, Pädagogische Dienste

Anmeldung & Information: paedagogik(at)ravensbrueck.de

Treffpunkt: Besucherzentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Sonntag, 24. Juli 2011, 14 Uhr

„Sachsenhausen mahnt!” Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen vor 50 Jahren im Schattten des Kalten Krieges

Führung durch die Sonderausstellung im Neuen Museum

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Sonntag, 24. Juli 2011, 10 Uhr und 14 Uhr

Medizinische Experimente im KZ Ravensbrück

mit Katja Anders, Pädagogische Dienste

Anmeldung & Information: paedagogik(at)ravensbrueck.de

Treffpunkt: Besucherzentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Sonntag, 14. August 2011, 14 Uhr

Sachsenhausen: Konzentrationslager - Speziallager - Gedenkstätte

Die Führung durch die Gedenkstätte thematisiert die verschiedenen Phasen der Geschichte von Sachsenhausen - das Konzentrationslager (1936-1945), das sowjetische Speziallager (1945-1950) und die 1961 eröffnete Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Sonntag, 21. August 2011, 14 Uhr

Die Stadt und das Lager. Die Stadt Oranienburg und das KZ Sachsenhausen

Die Führung thmatisiert die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem KZ Sachsenhausen und der Stadt Oranienburg und ihren Bürgern. Dabei wird auch die kleine Ausstellung zu diesem Thema im „Turm E” einebzogen.

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Sonntag, 28. August 2011, 14 Uhr

„Sachsenhausen mahnt!” Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen vor 50 Jahren im Schattten des Kalten Krieges

Führung durch die Sonderausstellung im Neuen Museum

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

13.07.2011

Gesucht: Praktikant/in Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sucht ab Oktober 2011 für mindestens sechs Wochen Vollzeit bzw. als studienbegleitendes Teilzeitpraktikum eine Praktikantin / einen Praktikanten zur Unterstützung des Arbeitsbereichs „Museumspädagogik und Besucherservice”.

Die Tätigkeit umfasst die Mitarbeit bei der Erstellung zielgruppenspezifischer Angebote, Recherchearbeiten, Unterstützung bei der Vermarktung der Bildungsangebote sowie die Unterstützung des Arbeitsbereiches „Museumspädagogik und Besucherservice” im Alltagsgeschäft.

Gesucht wird ein Student / eine Studentin mit einer Immatrikulation in einem einschlägigen Studiengang. Kenntnisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts und eine verbindliche und strukturierte Arbeitsweise sowie ein freundliches und zuvorkommendes Auftreten werden vorausgesetzt. Erste praktische Erfahrungen in themenverwandten Einrichtungen sind von Vorteil.

Geboten werden grundlegende Erfahrungen in einem interessanten Arbeitsbereich sowie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Bitte senden Sie Ihre Kurzbewerbung per E-Mail bis zum 21. August 2011 (Anlagen bitte als PDF) an anne.bobzin@stiftung-denkmal.de. Postalisch eingereichte Bewerbungen können nur mit ausreichend frankiertem Rückumschlag zurückgesandt werden.

13.07.2011

„Turm A” in Gedenkstätte Sachsenhausen wird saniert

Der sogenannte „Turm A” in der Gedenkstätte Sachsenhausen präsentiert sich den Besuchern derzeit mit Baugerüsten, da die Sanierungsarbeiten begonnen haben. Das charakteristische Gebäude, durch dessen Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei” die Häftlinge das Lager betraten, wurde als eines der ersten des neuen KZ Sachsenhausen 1936 errichtet und mehrfach umgebaut. Es beherbergte den Sitz der SS-Lagerleitung und stellte zugleich das architektonische Symbol ihrer absoluten Macht und der Unterwerfung der Häftlinge unter die Willkür der SS dar.

 

Im Rahmen eines ersten Bauabschnitts werden die Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes saniert und erhalten ihre ursprüngliche Farbfassung zurück. Neben der Dachabdichtung umfasst die Maßnahme die Aufarbeitung der Fenster und der Holzkanzel, wo sich der mit einem Maschinengewehr bestückte zentrale Wachposten des Lagers befand. Die Kosten in Höhe von 91.000 Euro kommen aus dem Haushalt der Stiftung. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst beendet sein. Perspektivisch soll in dem Gebäude eine Dauerausstellung zur Architektur und Organisation des KZ Sachsenhausen gezeigt werden.

24.06.2011

Tag der Architektur in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Am Sonntag, den 26. Juni 2011, finden im Rahmen des Tages der Architektur der Brandenburgischen Architektenkammer Führungen in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald statt. Die Gedenkstätte wurde 2010 nach umfangreicher Neugestaltung mit einer Openair-Ausstellung zu Geschichte der Todesmärsche des KZ Sachsenhausen im April und Mai 1945 wiedereröffnet. Der Berliner Architekt Martin Bennis und Gedenkstättenleiterin Carmen Lange werden interessierte Besucher über die Neugestaltung und den historischen Kontext informieren. Die Führungen beginnen um 13, 15 und um 17 Uhr.

 

Im Zentrum der Gedenkstätte Todesmarsch steht das rund 20.000 m² große historische Waldgelände, wo im April mehr als 18.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen während des Todesmarsche für mehrere Tage lagern mussten. Zahlreiche Bäume tragen Inschriften, die von Häftlingen stammen. Neben dem Wald informiert eine Openair-Ausstellung mit Texten, Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und zahlreichen Berichten von Überlebenden über die Räumung des KZ Sachsenhausen, den Todesmarsch, das Waldlager in Below und die Befreiung. Im ehemaligen Museumsgebäude befindet sich eine pädagogische Projektwerkstatt, die vielfältige Möglichkeiten des historischen Lernens am authentischen Ort bietet.

 

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen

Belower Damm 1

16909 Wittstock

Tel. 039925 / 2478

 

Erreichbar über die L 153 (Brandenburg) / L 24 (Mecklenburg-Vorpommern) Wittstock - Röbel

21.06.2011

Sommer-Workcamps in der Gedenkstätte Sachsenhausen beginnen

Am heutigen Dienstag, den 21.06.2011, beginnt in der Gedenkstätte Sachsenhausen die diesjährige Saison der internationalen Sommer-Workcamps. Am gestrigen Montag sind die 14 Teilnehmer des ersten Workcamps in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen „Haus Szczypiorski” eingetroffen, wo sie bis zum 8. Juli untergebracht sein werden. Sie sind aus Armenien, Frankreich, Großbritannien Nordirland, Korea, Jordanien, Mexiko, Russland, den USA und aus Deutschland angereist.

 

Zu den insgesamt vier Workcamps werden bis zum 9. September rund 60 junge Menschen aus zahlreichen Ländern in der Gedenkstätte Sachsenhausen erwartet. Sie werden sich zwei, zum Teil auch drei Wochen lang am historischen Ort mit der Geschichte von Sachsenhausen beschäftigen, sich bei der Pflege der Gedenkstätte engagieren, Exkursionen zu Berliner Gedenkstätten unternehmen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen. Drei Workcamps werden in Kooperation mit der Vereinigung Junger Freiwilliger (VJF) durchgeführt, einem in Berlin ansässigen Verein, der Workcamps und Freiwilligendienste in aller Welt organisiert. Bei einem Workcamp ist die Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste (ASF) Partner der Gedenkstätte.

 

Neben der inhaltlichen Arbeit stehen Pflegearbeiten im Bereich des ehemaligen Industriehofes sowie im ehemaligen KZ-Sonderlager, das 1946 bis 1950 als „Zone II” Teil des sowjetischen Speziallagers war, auf dem Programm. Außerdem werden die Teilnehmer der Workcamps Gelegenheit haben, sowohl einen ehemaligen Häftling des Konzentrationslagers als auch des sowjetischen Speziallagers kennenzulernen.

 

„Wir begrüßen die Teilnehmer der internationalen Workcamps sehr herzlich in der Gedenkstätte Sachsenhausen und danken ihnen für ihr großartiges Engagement”, sagte Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch heute zum Auftakt der Sommer-Workcamps in Oranienburg. "Es sind in diesem Jahr nicht nur deutlich mehr Teilnehmer als im vergangenen, sondern auch die Zusammensetzung der Workcamps ist internationaler als je zuvor.”

14.06.2011

Eröffnung Lernwerkstatt „Nicht in die Schultüte gelegt …” in Berliner Grundschule

Am 20. Juni 2011 verlässt das neu entwickelte Lernmaterial „Nicht in die Schultüte gelegt … Schicksale jüdischer Kinder 1933-1942 in Berlin” das Anne Frank Zentrum: Es begibt sich auf seine erste Station in der Grundschule am Falkplatz in Berlin und wird Teil einer gut ausgestatteten Lernwerkstatt, die allen Schulen aus dem Bezirk Pankow und darüber hinaus offen steht.

In der Lernwerkstatt kann das Thema Judenverfolgung und Nationalsozialismus mit Kindern der Klassen 4 bis 6 bearbeitet werden. Das Material wurde vom Anne Frank Zentrum zusammen mit dem Centrum Judaicum, der Humboldt-Universität und Kinderexpertinnen und -experten der Schule am Falkplatz entwickelt. Mittlerweile haben fünf Seminare für Lehrkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Berlin stattgefunden, sodass die Arbeit in der Lernwerkstatt fundiert beginnen kann.

 

Zur Eröffnung der Lernwerkstatt mit Foto-Termin laden die Veranstalter
am 20. Juni 2011 um 10 Uhr in die Schule am Falkplatz, Gleimstraße 49, 10437 Berlin ein.

Es  werden anwesend sein:
Thomas Heppener, Direktor des Anne Frank Zentrums, Berlin
Carola Melchert-Arlt, Direktorin der Schule am Falkplatz
Detlef Pech, Professor für Sachkundedidaktik an der Humboldt-Universität zu Berlin
Kinderexpertinnen und Kinderexperten der Klasse 4 der Schule am Falkplatz

Zu der Veranstaltung sind Pressevertreterinnen und -vertreter, Lehrkräfte und alle anderen Interessierten willkommen.

Bitte melden Sie sich bei Veronika Nahm unter nahm(at)annefrank.de an. Sie steht Ihnen auch für Rückfragen zur Verfügung unter Tel. 030-28 886 56-10.

Die Implementierung des Materials wird unterstützt durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und den Beauftragten für Integration und Migration des Landes Berlin.

09.06.2011

7. Europäische Sommeruniversität in Ravensbrück

Vom 28. August bis 2. September 2011 wird sich die 7. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück dem Thema „Geschlecht und Rasse in der NS-Medizin” widmen. Dazu werden rund 100 Teilnehmer aus zahlreichen Ländern in der Gedenkstätte Ravensbrück erwartet. Die diesjährige Sommer-Universität verknüpft Ansätze der historischen Geschlechterforschung mit der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, um neue Einsichten in die NS-Biopolitik und ihre Dynamiken zu ermöglichen. Veranstaltet wird die Sommer-Universität von der Gedenkstätte Ravensbrück gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Deutschland, Großbritannien, Österreich und Polen; Hauptförderer ist die Europäische Union.

 

Die NS-Medizin wird vor allem durch die Schlagworte Eugenik, „Euthanasie” und unethische Menschenversuche charakterisiert. In der neueren Forschung zur Medizin- und Wissenschaftsgeschichte wird jedoch deutlich, dass sich NS-Medizin und „Normalmedizin” nicht exakt voneinander abgrenzen lassen. Gleichwohl ist es heute möglich, das Verhältnis von Politik und Medizin im Nationalsozialismus sehr viel genauer zu beschreiben. Weitgehend versäumt wurde jedoch, die Kategorie „Geschlecht” systematisch in die Analyse einzubeziehen. Dieses Defizit ist umso erstaunlicher, als seit den 1980er Jahren von Seiten der historischen Frauen- und Geschlechterforschung grundlegende Studien zum Thema vorgelegt wurden.

 

Die Sommer-Universität 2011 ist in vier Themenschwerpunkte gegliedert: Dies sind die NS-Medizin und die heutige Gen- und Reproduktionstechnik, Eugenik als Geschlechter- und Rassenpolitik im 20. Jahrhundert, rasse- und geschlechterhistorische Aspekte der „Euthanasie” sowie die medizinischen Experimente im KZ Ravensbrück und die Entschädigungspolitik.

 

Bereits seit dem Jahr 2005 führt die Gedenkstätte Ravensbrück eine Sommer-Universität mit jährlich wechselnden Schwerpunktthemen durch. Als akademische Veranstaltung am Ort einer Gedenkstätte wird die Sommer-Universität Ravensbrück von einem interdisziplinären Kreis von Teilnehmenden besucht, der sich aus Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch Multiplikatoren aus dem Bereich der Gedenkstätten und Schulen zusammensetzt. Fragen der Rezeption und der Umsetzung in der Gedenkstättenarbeit stehen immer neben jenen nach der Verfolgungspraxis des Nationalsozialismus sowie der Geschichte der Konzentrationslager. Als historischer Ort, der vor allem für die nationalsozialistische Verfolgung der Frauen steht, ist die Geschlechtergeschichte wesentliches Element des Programms der Sommer-Universität.

 

Information und Anmeldung (bis 1. Aug.): sommer-uni(at)ravensbrueck.de

 

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

Für Studenten und Studentinnen aus Polen und Großbritannien stehen noch Stipendien für die Teilnahme zur Verfügung.

 

 

7. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück „Geschlecht und Rasse in der NS-Medizin”

28. August bis 2. September 2011

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/H.

Veranstalter

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück / Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Kooperationspartner

Heinrich-Böll-Stiftung, Stiftung Topographie des Terrors, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Universität Wien, Oxford Brookes University, Uniwersytet Wrocławski

Finanziert durch

Die Bildung, Audiovisuelles und Kultur Exekutivagentur der Europäischen Kommission (EACEA), Axel Springer Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung

Schirmherrin

Prof. Dr.-Ing.  Dr. Sabine Kunst

Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

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