Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
07.02.2017

Veranstaltungsbericht: Lieberose/Jamlitz – ein Ort der Schoah. Zur Aktualität der Erinnerung an das größte jüdische Außenlager des KZ Sachsenhausen

Am 2. Februar 2017 lud die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum zu einem Vortrag über das KZ-Außenlager Lieberose ins Rote Rathaus.

 

Kultursenator Dr. Klaus Lederer und Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, eröffneten den Abend im Wappensaal des Roten Rathauses mit Grußworten.
Dr. Peter Fischer, Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und Ehrenvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., erläuterte in seinem Vortrag die Geschichte und wechselvolle Gedenkkultur im brandenburgischen Jamlitz, wo im November 1943 das Arbeitslager Lieberose als Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet wurde.

 

Zum Abschluss diskutierten Dr. Fischer und Prof. Dr. Günther Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, den bisherigen und den perspektivischen Umgang mit diesem Gedenkort und beantworteten die Fragen der zahlreichen Besucher.

 

Zum Hintergrund

Im November 1943 errichteten Häftlinge auf Befehl der SS in dem Dorf Jamlitz bei Cottbus das »Arbeitslager Lieberose« als Nebenlager des KZ Sachsenhausen. Etwa 10.000 Häftlinge, vor allem Juden aus Polen und Ungarn, waren hier inhaftiert. Die SS verschleppte viele Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz zur Zwangsarbeit nach Jamlitz, Arbeitsunfähige wurden in die Gaskammern von Birkenau zurücktransportiert. Vom 2. bis 4. Februar 1945 ermordete die SS 1.342 Häftlinge in den Krankenbaracken des Lagers. Nach dem Auffinden eines Teils der sterblichen Überreste der in Jamlitz ermordeten Häftlinge errichtete die DDR mehrere Kilometer vom historischen Ort entfernt eine Mahn- und Gedenkstätte, wo der vornehmlich jüdischen Opfer als »Antifaschisten« gedacht wurde. Erst nach der deutschen Einheit erhielt der durch eine Eigenheimsiedlung überbaute historische Ort eine Freiluftausstellung. Sie erinnert auch an die Geschichte des vom sowjetischen Geheimdienst in den ehemaligen KZ-Baracken eingerichteten Speziallagers. Die Dokumentationsstätten sowie der an den Massengräbern der Mordaktion vom Februar 1945 eingerichtete jüdische Friedhof sind seither mehrfach Ziel rechtsextremistischer und antisemitischer Anschläge geworden.

 

Foto: Prof. Dr. Günter Morsch im Gespräch mit Dr. Peter Fischer © Sarah Breithoff

14.11.2016

Stelenfeld und Ausstellung im Ort der Information geschlossen

Aufgrund des Staatsbesuches des amerikanischen Präsidenten Barack Obama
kommt es am Mittwoch, den 16. November 2016, bis Freitag, den 18. November 2016, im Stadtbezirk Mitte und Ortsteil Tiergarten zu besonderen polizeilichen Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen.


Vom Brandenburger Tor bis zur Friedrichstraße, von der Dorotheen- bis zur Behrenstraße richtet die Polizei zur Sicherheit eine verkehrsberuhigte Zone ein. Anwohner können gegen Vorlage eines Personalausweises in die beruhigte Zone gelangen

Kontakt Besucherservice

Mo – Do 10 – 16 Uhr,

Fr 10 – 13 Uhr

Tel. +49(0)30 – 26 39 43 – 36

Fax +49(0)30 – 26 39 43 – 21

E-Mail: besucherservice@stiftung-denkmal.de

.
Das gesamte Stelenfeld und die Ausstellung im Ort der Information werden für Besucher nicht zugänglich sein. Führungen finden ebenfalls nicht statt.

25.10.2016

Gedenkveranstaltung am Mahnmal "Gleis 17": Gedenkrede von Horst Selbiger

Der Holocaust-Überlebende Horst Selbiger hat anlässlich der Gedenkfeier am Mahnmal "Gleis 17" am 19. Oktober 2016 eine berührende Gedenkrede gehalten.

 

Diese können Sie hier nachlesen.

 

Foto: Horst Selbiger hält seine Gedenkrede am Mahnmal "Gleis 17",
Deutsche Bahn, Kai Michael Neuhold

20.10.2016

Veranstaltungsbericht: » … abgeholt!« Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 75 Jahren

 

 

 

 

Am 19. Oktober 2016 fanden sich auch dieses Jahr wieder mehrere Hundert Menschen am Mahnmal »Gleis 17« zusammen, um den Berliner Jüdinnen und Juden zu gedenken, die in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert wurden. Am 18. Oktober 1941, vor 75 Jahren, verließ der erste Berliner »Osttransport« mit 1089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Lodz (»Litzmannstadt«).

 

Neben Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Mitglied der Ständigen Konferenz, waren auch Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert und Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport, gekommen, um zu den rund 350 Gästen zu sprechen. Besonders berührend war die Gedenkrede von dem Zeitzeugen und Holocaustüberlebenden Horst Selbiger.

 

Im Anschluss an die Ansprachen stellten Studierende der Universität der Künste Berlin ihr Pilotprojekt »Schienen in den Tod – Brücken in die Zukunft« vor. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier: https://www.udk-berlin.de/studienangebot/studium-generale/lehrveranstaltungen-des-studium-generale/interdisziplinaere-kuenstlerische-praxis-und-theorie-ws-201617/schienen-in-den-tod-bruecken-in-die-zukunft-1941-2016-projektworkshop/

 

Für die musikalische Umrahmung der Gedenkveranstaltung sorgte der Geiger Dragan Cordes. Am Ende der Zeremonie wurden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt.

 

Die  Gedenkzeremonie am »Gleis 17« ist eine gemeinsame Veranstaltung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, dem Berliner Senat, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Deutschen Bahn und der Inge Deutschkron Stiftung und fand dieses Jahr zum sechsten Mal in Folge statt.

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